Friedrich Wilhelm zu den drei Hammern

     
Freimaurerloge im Orient Eberswalde
       Matrikel-Nr.: 371






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MOZ vom 5./6.11.2016

Typische Kleidung: Thomas Engel führt einen Freimaurer-Schurz vor.

Freimaurer gewähren Einblick in ihre Geheimnisse


Ein Treffen unter Freimaurern verläuft nach ganz eigenen Regeln. Vieles von dem, was unter den Brüdern geschieht, bleibt im Verborgenen - für viele ein Grund, die seit 300 Jahren existierende Bruderschaft seltsam zu finden. Hin und wieder gewährt der Männerbund aber auch Nicht-Mitgliedern einen Einblick in sein Wirken. Das jüngste Treffen der Eberswalder Loge, das vor Kurzem im Weinkontor stattgefunden hat, war demnach eine offene Zusammenkunft für jeden.
Traditionell bekommt bei diesen Treffen ein Mitglied der Loge die Möglichkeit, in einem Vortrag das Wort an die Anwesenden zu richten. Thomas Engel, der als Großmeister eines der höchsten Ämter innehat, fasst eingangs die Geschichte der Freimaurer zusammen und berichtet dannüber die Eberswalder Loge. Diese gibt es seit 1856 und hat zunächst aus 33 Brüdern bestanden. 1935 wurde sie unter dem Druck der Nationalsozialisten aufgelöst. Damals hatte sie 120 Mitglieder. Heute gehören rund 20 Brüder zur Loge.
Engel präsentiert den Anwesenden typische Gegenstände, die Freimaurer während ihrer "Arbeit" tragen, wie sie die Zusammenkunft der Brüder nennen. Darunter beispielsweise einen Schurz, der einem Steinmetz-Bekleidungsstück der Dombauhütten nachempfunden ist.
"Wie wird man denn nun Mitglied?", fragt jemand unter den Zuhörern. "Jeder Mann kann zu einem unserer Rituale kommen", sagt Engel. Frauen sind in der Loge übrigens verboten. Religion, Alter, Herkunft und Bildungsgrad würden keine Rolle spielen. Vielmehr sei es die ethisch-moralische Anschauung, die zur Bruderschaft passen müsse. Das Kennenlernen kann mitunter ein Jahr dauern, ergänzt ein Freimaurer aus dem Publikum. Das künftige Mitglied muss zu sozialem Engagement und der "Ausreifung des eigenen Charakters" bereit sein - die Kernthemen der Freimaurerei. Und natürlich die Mitgliedsbeiträge des Vereins zahlen.
Zum Ende des Abends stellt ein Gast die Frage, die wohl den meisten anwesenden Nicht-Freimaurern unter den Nägeln brennt: "Wer hier ist denn Freimaurer und wer Gast?", will ein junger Mann wissen. Die Reaktionen darauf fallen sehr unterschiedlich aus. Einem Freimaurer, so erklärt Engel, stehe es frei, ob er sich zur Loge bekennt. Einige bekennen sich sogleich. Ein anderer findet diese Frage "ziemlich komisch". Eine Diskussion darüber verläuft im Sande - und einigen Gästen ist Unbehagen anzusehen. Das Fazit des Fragenden fällt eher nüchtern aus: "Ich wollte wissen, ob sie wirklich existieren und wirken - jetzt weiß ich es."

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Die Freimaurer kehren zurück. 

Acht Logen wieder aktiv / Einstige Domizile werden rückübertragen

Susanne Rost

Sterne aus Blattgold schimmern von der taubenblauen Decke des Luckauer Freimaurer-Tempels. Den fensterlosen Raum zieren gemauerte Rundbögen und ein aufgemaltes Seil, das sich über den Bögen zu liegenden Achten knotet. Hier zelebrieren die Freimaurer jetzt wieder ihr Ritual, das sie "Tempelarbeit" nennen. Unter demselben Sternenhimmel hatten sich in Luckau schon vor hundert Jahren die Mitglieder der Freimaurer-Loge "Zum Leoparden" versammelt. In den 30er Jahren wurden die Freimaurervon den Nazis verboten, die DDR-Regierung ließ sie nicht wieder zu.
Von rund einem Dutzend Freimaurer-Logen, die es in Brandenburg gab, sind mittlerweile acht wieder aktiv. Die "Weltkugelstiftung" in Potsdam beantragte nach der Wende, daß die ehemaligen Logenhäuser rückübertragen werden. Als erste Loge in Ostdeutschland wurde am 3. Juli 1991 die Potsdamer Loge "Teutonia zur Weisheit" wiederbelebt. Auch andere Freimaurer-Domizile in Neuruppin, Brandenburg (Havel) oder Frankfurt (Oder) sind inzwischen rückübertragen, sagt Oswald Kammann von der Weltkugelstiftung. Als nächstes wolle man das Logenhaus in Eberswalde rekonstruieren.
Rund 1,8 Millionen Mark hat die Renovierung des Luckauer Hauses gekostet, das zu DDR-Zeiten für den polytechnischen Unterricht genutzt worden war. Auch heute werden in den repräsentativen Räumen Kinder unterrichtet: Die Stiftung hat das Haus an die Musikschule vermietet. Im Tempel bekommen Mädchen Ballettstunden, der Festsaal wird f ür Konzerte genutzt. Die Loge "Zum Leoparden" nutzt das Gebäude für ihre "Tempelarbeit" und andere Veranstaltungen.
Der Tempel ist für die Freimaurer der wichtigste Raum im Logenhaus. Hier treffen sich die "Brüder", wie sich die Mitglieder der Freimaurer-Logen nennen, alle zwei Wochen zu ihrer rituellen Zusammenkunft. Für die "Tempelarbeit" tragen die Männer zu schwarzem Anzug und Zylinder einen Maurerschurz und Handschuhe womit an den Ursprung der Freimaurerei erinnert werden soll. Uneingeweihte haben zu der rund einstündigen Zeremonie, die nach einem streng festgelegten Muster abläuft, keinen Zutritt. Die "Brüder" sind zwar zur Verschwiegenheit verpflichtet, doch einen Teil der "Tempelarbeit" geben sie dennoch in einer Broschüre preis: "Zu beiden Seiten des Meisters befinden sich die Kolonnen mit den Brüdern. Dem Meister gegenüber befinden sich die Plätze der Aufseher. Diese drei rufen sich die freimaurerischen Tugenden ins Gedächtnis. Die Mitte des Tempels wird von einem Symbolteppich eingenommen, der von drei mit Kerzen geschmückten Säulen umgeben ist. Dies sind die drei kleinen Lichter: Weisheit, Schönheit und Stärke. Auf dem Meistertisch liegen die drei großen Lichter: die Bibel als Symbol für ein ethisches Grundgesetz, das Winkelmaß für gradliniges und rechtschaffenes Handeln, der Zirkel für den Weg zum Geistigen und Transzendenten." Vor Beginn der Zeremonie wird ein Schwert aus der Scheide gezogen, und die Aufseher schlagen mit ihren Hämmern.
"Die Tempelarbeit ist eine Besinnungspause im Alltag. Sie soll das seelische Gleichgewicht wieder herstellen", sagt Hans Joachim Finck. Der 51jährige ist der "Meister vom Stuhl" der Luckauer Loge, das heißt: Er ist der Ranghöchste unter den 14 "Brüdern". Nur zwei von ihnen kommen aus Luckau, die anderen "Brüder" sind außerdem Mitglied in der Berliner Loge "Zur Treue". Damit eine Loge ihre Arbeit aufnehmen kann, müssen ihr mindestens neun "Brüder" angehören. Durch Vorträge an jedem zweiten Freitag im Monat wollen die Berliner Paten der Luckauer Loge die Brandenburger für die Freimaurerei gewinnen.
"Wir bemühen uns, bessere Menschen zu werden", sagt Hans-Joachim Finck. Die Tempelarbeit bei Kerzenschein und Hammerschlag ist für ihn wichtig: "Hier wird eine Saite angeschlagen, die im Alltagsleben unberührt bleibt." Um das Unbewußte anzusprechen, seien bei dem 200 Jahre alten Ritus Symbole wichtig. Im Luckauer Tempel ist deshalb kaum etwas dem Zufall überlassen: Der Sternenhimmel soll die Ausdehnung der Loge bis an den Himmel symbolisieren. Die blaue Farbe, mit der die Decke gestrichen ist, steht für das Weite, das Unendliche, das Göttliche. Das aufgemalte Seil, das sich über die Wände zieht, symbolisiert nach Ansicht der "Brüder" das mathematische Zeichen für Unendlichkeit. Es soll die "Bruderkette" darstellen, die den Erdball umschlingt.

Quelle: Berliner Zeitung
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1998/0807/none/0016/index.html

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